Extra nur für diesen Ort bin ich mit zwei Freunden ins Auto gestiegen und gemeinsam haben wir eine lange Anfahrt bis hoch in Schwedens Norden angetreten.
Bereits auf dem Weg in den hohen Norden fanden wir auf halber Strecke, nach einer durchgefahrenen Nacht am nächsten Abend einen wirklich schönen Spot, um unser erstes Zwischenlager aufzuschlagen. Auf dieser Reise wollte ich nun endlich meinen lange unbenutzten Biwaksack testen. Und abgesehen von der fehlenden Bewegungsfreiheit ein voller Erfolg.


Unser Ausgangpunk war Kvikkjokk, ein Dorf in Schweden. Dorthin fuhren wir zunächst.
Wir querten den nördlichen Polarkreis. Das war nicht das erste Mal für mich, ich war einige Jahr zuvor bereits hier in Skandinavien =)
Unser Plan sah es vor, von dort einen Hubschrauber nach Saltoluokta (nicht zu verwechseln mit Staloluokta in der Nähe!) zu nehmen und dann von dort nach Süden zurückzuwandern. Auch das klappte wirklich gut mit dem Unternehmer Fiskflyg.
Bereits der Überflug über unsere Reisestrecke war bereits ein großes Highlight für uns. Ich kann es sehr empfehlen! Auch dies war der schönste WInkel, den ich vom Rapa Delta festhalten konnte =)



Die Wetterprognose war gut. Überwiegend Sonnenschein, warme Temperaturen. Es war Hochsommer in Lappland, wie er nur selten hier zu erleben war. Ich freute mich darauf, nachts nicht frieren zu müssen. Wärmeerhalt nahm ich vor der Reise für das ernsteste Problem wahr, auf das wir uns vorbereitet hatten. Oh ich unwissender…
Aufgrund der hohen Temperaturen (Tags -30°C) und dem Gewicht des Reisegepäcks (zum Start >25kg) waren auch unsere 3l-Wasserbeutel mehrfach täglich aufzufüllen. Wir tranken täglich 8-17l Wasser um das zu ersetzten, dass wir ausschwitzten. Und dennoch fühlte ich mich die meiste Zeit durstig. Waser ist hier in Fülle verfügbar, dennoch wurden auch 7km-Etappen knapp bei dem hohen Verbrauch.


Ein weniger ernstes aber ungeheuer Lästiges Problem stellen die Mücken des Sarek dar. Dafür ist er bekannt. Zu dieser Jahreszeit waren sie eine scheußliche Plage. Ich reagierte weniger empfindlich auf sie, aber die Haut an nahezu allen Stellen meiner Begleiter war übersäht mit Stichen. So sehr, dass einige Stiche auf Vorige platziert wurden, weil keine freie Stelle mehr vorhanden war. Etwas später im Jahr sollen sie weniger lästig sein.
Außerdem habe ich die Strecke etwas unterschätzt und meine eigenen Fähigkeiten leicht überschätzt. Mit dem hohen Ausrüstungsgewicht wurde diese Tour sehr viel anstrengender als angenommen und ich wurde wenigstens an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit getrieben. Die Entfernungsangaben auf den Schildern auf dem Kungsleden sind sehr optimistisch. Der Anspruch der Strecke ist auch auf dem Kungsleden ist anspruchsvoll, voller Geröll und felsigem Untergrund. Keine Nachlässigkeit an Konzentration wird verziehen.
Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die ich für eine mögliche zweite Tour zuhause lassen würde 😉
Insbesondere die Infrastruktur war mir nicht klar. Doch es gibt mehrere Hütten auf dem Kungsleden. Insbesondere auch bei unbewirteten Hütten Toilettenhäuschen. Daher hatte ich etwas Ausrüstung dabei, die das kompensieren sollte, die unnötig Gewicht mit sich brachten.
Auch Akkus für Kameraequipment war zuviel. Für meine Drohne gab es 2-3 schöne (und erlaubte!) Spots, sonst nicht. Dazu wäre professionellere Verpflegung und Geschmackstabletten für das Wasser besser gewesen. Zumindest bei getrockneter Verpflegung wären weitere kg entfallen und ich hätte bei 18-20kg starten können.
Wir kamen spät am ersten Abend beim ersten Checkpoint an: Die STF Sitojaure. Der nette Herr, der die Hütte bewirtete, war allerdings so nett uns dennoch noch an diesem Abend auf die andere Seite des Gewässers zu bringen. Dies ist die einzige Möglichkeit zum Übersetzen. Mittlerweile war hier Kartenzahlung möglich. So schlugen wir auf der anderen Seite direkt am Steg unser Lager auf und genossen die letzten Stunden des ersten Abends. Hier war eine unbeewirtete Hütte und Toilette errichtet.

Der nächste Tagesabschnitt begann genau dort und führte, fast bequem, einige Kilometer durch den Wald hindurch. Dann ein moderater, später ein steilerer Aufstieg zum Plateau, mit wundervoller Aussicht und durch den Wind weniger aggressiven Mücken.

Eigentlich sollte dieser tag uns zum Aussichtspunkt auf dem Skierffe über das Rapa-Delta führen. Aufgrund der Hitze und der unklaren Wasserverfügbarkeit hier oben, ließen wir diesen Teil schweren Herzens aus. Dennoch war der Ausblick auch beim Abstieg noch lange sehenswert und wir hatten noch am Abend Gelegenheit für mehr Rapa-Erlebnis.

Nach der bewirteten STF Aktse kamen wir über einen Holzweg auch bald am Ufer an. Und auch wir hatten Glück: Ruderboote lagen bereit. Unseres allerdings war etwas defekt, sodass wir statt zu Rudern paddeln mussten. Wir genossen das Wasser direkt aus dem Fluss hinaus und so gegen 23:00 bei Sonnenlicht erreichten wir die andere Seite.


Am nächsten Morgen ein letzter Blick mit der Drohne über das Gewässer und zum entfernten Skierffe-Gipfel..

Und von hier an folgte ein unerwartet langer Weg zunächst durch Wald. Dann steil hinauf auf ein weiteres Plateau bis zu einer weiteren unbewirteten Schutzhütte an einem Bachlauf. Hier wurde tatsächlich unser Wasservorrat sehr knapp. Für kürzere Strecken bietet sich ein Lager hier an. Etwas später folgte noch eine Brücke mit tollem Ausblick. Hier sahen wir auch mehrere aufgeschlagene Lager. Doch wir hatten uns vorgenommen, und bis zur STF Pårtestugan durchzuschlagen. Ein steiniger anspruchsvoller Abstieg bis zu dem See auf dem nachfolgenden Bild (oben links) war zu bewältigen. Bis Wir gegen Mitternacht sehr erschöpft dort ankamen.

Letzte Etappe: Nach Kvikkjokk zurück. Fast geschafft. Leichte Auf- und Absteige und teilweise angenehme Holzwegen führten uns durch den Wald. Viel Aussicht war hier nicht mehr. Und so war ich froh, sehr erschöpft am Nachmittag Kvikkjokk endlich wieder zu erreichen. Etwas Essen, Softdrinks und wir wollten jetzt alle schnell nach Hause =) Auf einem Campingplatz nahe Jokkmokk konnten wir an diesem Abend noch Rentierpizza bekommen. Und dann fuhren wir im Wechsel fast durchgehend bis nach Hause. Hier oben hatten wir nachts noch viel Wildwechsel zu beobachten und sogar (endlich) einen Elch dabei gesehen.
